Warum heißt es „CD engagiert sich gegen Tierversuche“
und nicht „ganz ohne Tierversuche“?
Seit 1998 verzichtet die deutsche Kosmetik-Industrie freiwillig auf Tierversuche für kosmetische Fertigprodukte. Seit September 2004 sind diese sogar EU-weit verboten. Dieses Gesetz verhindert allerdings nur, dass Fertigprodukte nicht mehr an Tieren getestet werden dürfen. Es schließt aber nicht aus, dass einzelne Rohstoffe immer noch in Tierversuchen auf ihre Sicherheit überprüft werden.
Da alle Inhaltsstoffe, ob natürlichen oder synthetischen Ursprungs, nach den chemikalienrechtlichen Vorgaben abgesichert werden müssen, wurde jeder Stoff (auch Bio-Inhaltsstoffe!) irgendwann mindestens einmal im Tierversuch getestet. Solche Tests können teilweise Jahrzehnte zurückliegen. In diesem Sinne kann daher von keinem Kosmetikprodukt (nicht einmal von zertifizierter Naturkosmetik, wie z.B. BDIH-Produkte) behauptet werden, dass ein Produkt zu "100% tierversuchsfrei" ist. Marken und Produkte, die so etwas ausloben, sind nicht ganz ehrlich mit ihren Kunden. Im Gegensatz dazu möchten wir als CD offen und transparent mit dieser Tatsache umgehen, da wir die Tests der Vergangenheit – auch, wenn wir diese gar nicht selber zu verantworten haben – nicht ungeschehen machen können.
Mit Inkrafttreten der neuen Kosmetikverordnung Mitte 2013 wird zukünftig auch das Testen einzelner Rohstoffe (für Kosmetikprodukte) verboten.
Dem gegenüber steht allerdings das seit 2009 europaweit gültige Gesetz mit dem Namen „Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals“ (Abk.: REACH):
REACH besagt, dass alle existenten und neuen Inhaltsstoffe auf ihre Sicherheit überprüft und ggf. getestet werden müssen - einige dieser Tests müssen an Tieren durchgeführt werden, weil es keine anerkannten Ersatz-Testmethoden gibt. An dieser Stelle ist es wichtig zu wissen, dass nur wenige Rohstoffe ausschließlich in Kosmetikprodukten eingesetzt werden. Die verwendeten Rohstoffe kommen vielmehr auch bzw. überwiegend in anderen Bereichen wie Arzneimitteln, Lebensmitteln oder Wasch- und Reinigungsprodukten zum Einsatz. Die Verbraucher haben einen Anspruch darauf, dass diese Produkte sicher sind. Die hierzu notwendigen Tests sind durch die einschlägige Gesetzgebung (z.B. Chemikaliengesetz, REACH) geregelt und einige dieser Sicherheitsprüfungen können bis heute nur im Tierversuch durchgeführt werden. Es besteht also ein Paradoxon innerhalb der EU-Gesetzgebung zwischen dem Willen, Tierversuche zu unterbinden und der gleichzeitigen Forderung REACH durchzusetzen.
Die Haltung von CD ist, dass der beste Beweis für die Sicherheit eines Stoffes der ist, wenn er sich über einen langen Zeitraum hinweg als sicher erwiesen hat. Dies ist zum Beispiel bei Kamille der Fall. Dieser Rohstoff hat eine lange Geschichte, in der er sich als unschädlich herausgestellt hat: Sei es, dass er als Tee aufgebrüht wurde oder aber als Wundheiler verwendet wurde. Dementsprechend werden bei CD nur Rohstoffe verwendet, die sich über lange Zeit als sicher erwiesen haben. Aber aufgrund von REACH ist es nicht ausgeschlossen, dass selbst diese altbewährten Inhaltsstoffe mangels anerkannter alternativer Testverfahren an Tieren getestet wurden bzw. zukünftig nachträglich getestet werden müssen.
An dieser Situation können wir nichts ändern, deswegen schaut CD lieber in die Zukunft und versucht -trotz der paradoxen EU-Gesetzgebung- die Situation für die Zukunft zu verbessern. Dies wird auf folgende Weise erreicht:
1. CD testet keine Fertigprodukte an Tieren und gibt auch keine Tests für einzelne Rohstoffe in Auftrag.
2. CD setzt sich bereits seit 2010 für die Förderung/Erforschung von alternativen Testmethoden zu Tierversuchen ein. Aus diesem Grund ist CD offizieller Förderer der SET (Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen), um durch die Entwicklung von neuen Testmethoden neue Optionen für die Politik zu schaffen, die nicht nur CD zugutekommen, sondern der gesamten Industrie (Kosmetik, Körperpflege, Arzeinmittel, Lebensmittel, Putz- und Reinigungsmittel…). Auf diese Weise wird möglichst effektiv gegen Tierversuche gekämpft.
Mehr Informationen über die Stiftung SET finden Sie unter www.stiftung-set.de.


































